Wie fair ist die Querdenken-Bewegung?

Seit nunmehr fast vier Jahren gibt es die sogenannten Querdenker. Unter diesem Begriff wurden gleich alle Menschen subsumiert, die sich kritisch zu den Corona-Maßnahmen geäußert haben oder sogar auf die Straße gegangen sind.

Auf der Straße und in den Medien wurden diese Menschen gleich als rechte Gefährder dargestellt, deren Bedenken und Argumente wurden nicht ernsthaft diskutiert. Damit aber nicht genug: Diese Menschen hatten allesamt erhebliche finanzielle Verluste, bis hin zum Arbeitsplatzverlust. Teilweise ging das soweit, dass die Menschen aufgrund des Framings keinen neuen Job mehr finden konnten und dann Bürgergeld beantragen mussten.

In einem Land, dass nun angeblich für den Erhalt der Demokratie auf die Straße geht, fragen sich viele dieser Menschen: was habe ich eigentlich falsch gemacht, dass ich unter dem Verlust meines Arbeitsplatzes auf die Straße gegangen bin, nur weil ich der Ansicht gewesen bin, dass die Corona-Maßnahmen übertrieben waren. Warum habe ich für meinen Einsatz eigentlich keinen Zuspruch bekommen und warum habe ich mich für ein Land eingesetzt, dass Menschen die auch in Corona-Zeiten für den Erhalt des Grundgesetzes sind, derartig stigmatisiert werden – bis hin zum finanziellen Exitus.

Viele dieser Menschen sind heute krank – körperlich, aber auch seelisch. Denn ihre nachvollziehbare Erwartung war doch, dass man sie für ihren mutigen Einsatz auch mal lobt, das wäre in einer Demokratie jedenfalls zu erwarten gewesen. Aber nachdem Corona kein Thema mehr ist, machen nun weitere Menschen dieselbe Erfahrung: unsere Bauern. Auch diese sehen sich gleich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihre Forderungen doch rechts seien. Dabei geht es für viele Höfe schlicht ums Überleben.

Einer dieser mutigen Aktivisten ist auch der Kölner Rechtsanwalt Dirk Sattelmeier. Es ist kein Geheimnis, dass ich mit der Ausrichtung der Anwälte für Aufklärung (AfA), nachdem Sattelmeier das Ruder übernommen hatte, nicht mehr einverstanden war und als Gründer der Initiative auch kein Vereinsmitglied geworden bin. Vor allem, weil unter Sattelmeier dann auch gleich der große Schulterschluss mit Ralf Ludwigs Klagepaten erfolgte.

Um eine seriöse Corona-Kritik auf rechtlicher Basis auf die Beine zu stellen, bin ich immer für eine Abgrenzung gegenüber den Querdenkern gewesen. Nun entwickelte sich die AfA aber genau in diese Richtung, die ich nie gewollt hatte. So vertraten dann auch die AfA-Anwälte den Ober-Querdenker Michael Ballweg, nicht ohne wieder mal zu Spenden aufzurufen.

Ich nahm noch an einem AfA-Treffen teil: Diese Wochend-Meetings, deren Sinn sich mir bis heute nicht erschließt, da sie keinerlei Außenwirkung hatten und eher an feuchtfröhliche Theken-Zusammenkünfte erinnerten. Dort fragte ich damals den Vorsitzenden Sattelmeier und den Pressesprecher Alexander Christ, wie es denn nun mit der AfA weitergehen solle und ob die Aufarbeitung der Corona-Maßnamen nun nicht das Thema für die Rechtsanwälte sein müsse.

Zu meiner Verwunderung antworteten Christ und Sattelmeier dann aber, dass sie im Sinne der Aufarbeitung bei Ralf Ludwigs ZAAVV mitmachen würden. Ich fragte sie dann, was dann eine AfA eigentlich noch machen wolle, wenn nun der Vorsitzende und der Pressesprecher bei einer anderen Initiative mitmachen. So wurde Christ dann auch der Vorsitzende des Fördervereins für das ZAAVV. Christ, der erst über ein Jahr nach der Gründung der AfA dazugekommen war, hatte mich damals meiner Ansicht nach auch angelogen, als er behauptete, er sei auf die AfA aufmerksam geworden, weil er mal was auf einer Demo von der Gruppe gehört habe. Dabei war seine Frau Melanie Christ damals schon Vorstand bei Ludwigs Klagepaten – eine Extrawurst die Ludwig neben der AfA von Anfang an gebraten hatte. Warum Ludwig immer seine eigenen Gruppierungen neben der AfA machte, dürfte klar sein, es geht um die Spenden.

Nachdem man auf der AfA-Gründungsveranstaltung mir den Posten des Medienvertreters, also die Rolle die dann Christ übernahm, versprochen und niemals eingehalten hatte, behauptete Christ dann in einer AfA-Telegramgruppe noch dreist, man habe eine neue Website bei Ludwigs Firma bestellen müssen, da ich dem Verein die Zugänge verweigert habe. Eine freche Lüge, die sich Christ nur deshalb ausgedacht hat, da man für tausende Euros bei Ludwig eine neue Website bestellt und meine Webseite einfach in den Müll geworfen hatte. Selbst wenn einem das Design nicht gefallen hätte, so wäre es bei dem WordPress-System ein einfaches gewesen, innerhalb von ein paar Stunden ein neues Design-Thema zu installieren. Profi WordPress-Themen sind bereits ab 50 Euro zu kaufen, dafür braucht man keine tausenden Euros an Spendengeldern (wie ich gehört habe, sollen es ca. 8.000 Euro gewesen sein) für eine neue Programmierung zu verschwenden.

Diese Vorgehensweise, erinnert mich stark an Vetternwirtschaft. Auf der einen Seite werden Ludwig Aufträge zugeschoben, auf der anderen Seite wird dann der Pressesprecher Dr. Christ auch gleich mal Vorsitzender in einem der zahlreichen Vereine von Ludwig. Ich halte das alles für ein unerhörtes Vorgehen, was „uns“ in der Sache kein Stück weitergebracht hat – im Gegenteil.

Tatsache ist nämlich, dass es überhaupt keines ZAAVV bedarf, da es mit der AfA längst eine Anwaltsvereinigung gab, die genau für dieses Thema der Aufarbeitung hätte da sein können. Stattdessen machte Ludwig nach Klagepaten dann wieder einen Alleingang mit dem ZAAVV, anstatt sich zusammen mit den Anwälten um Aufklärung und Aufarbeitung zu bemühen. Dass dies ein vereinsschädigendes Verhalten ist, habe ich dann dem neuen Vorsitzenden Ivan Künnemann auch mitgeteilt, aber anstatt dies ernst zu nehmen und Ludwig und Christ aus dem Verein zu werfen, lachte er nur.

Da kann sich nun jeder selbst seine Gedanken machen, jedenfalls schied Sattelmeier, der ja ebenfalls beim ZAAVV mitmachen wollte – seit wann wedelt der Schwanz eigentlich mit dem Hund – dann damals schon wegen gesundheitlichen Gründen aus dem Verein aus. Ich frage mich nur, wenn Ludwig mit dem ZAAVV bereits über 600.000 Euro gesammelt hat, wie man dieses Geld hätte nicht erfolgreich im Sinne der Sache hätte einsetzen können. Mit der Summe hätte man sechs Anwälte für ein Jahr bezahlen können und anstatt eine lächerliche und populistische Strafanzeige zu machen, Aktivisten helfen können. Zum Beispiel damit, dass man Aktivisten bei Strafverfahren kostenlos vertritt oder all die mutigen Ärzte, die nun ebenfalls vor Gericht stehen.

Man hätte auch Dirk Sattelmeier einstellen und ihm ein Gehalt für seine Tätigkeit im Strafrecht bezahlen können. Stattdessen muss der schwer erkrankte Sattelmeier, beziehungsweise seine Frau Güzey, nun nach Spenden bitten. Da frage ich mich doch, werden die Spenden hier wirklich im Sinne der gemeinsamen Sache eingesetzt? Ist es fair, wie man mit den Geldern der Menschen umgeht. Wie werden die Spenden eingesetzt und was hat man damit eigentlich aufgebaut oder erreicht? In einem Tag konnten 20.000 Euro für Sattelmeier eingesammelt werden und am nächsten Tag macht Güzey dann gleich wieder einen Aufruf für das reiche ZAAVV. Unglaublich.

Ich will hier gar nicht von einem Betrug im juristischen Sinne sprechen. Aber ich stelle mir diese Frage rein im moralischen Sinn – das gilt auch für Michael Ballweg, denn ob es nun tatsächlich ein Betrug war oder nicht, das können nun die Gerichte klären: Ich kann nur sagen, dass ich von Spendengeldern ganz sicherlich keine Weltreise gebucht hätte – sondern hier geblieben wäre und versucht hätte, diese Gelder im Sinne der Sache einzusetzen und zwar für die Menschen und nicht für mich selbst. Diese Frage geht auch an den HNO-Arzt Bodo Schiffmann, der in einem Video erklärte, auswandern sei doch keine Frage des Geldes, jeder könne das tun. Das ist leicht gesagt, wenn man zuvor Hunderttausende an Spenden kassiert, sich davon ein Hotel aufgebaut hat und nun noch – sehr geschäftstüchtig – seine eigenen Pillen an die Querdenker-Blase verkauft.

Tatsache ist aber, nicht nur die selbsternannten führenden Köpfe haben gelitten, sondern alle Menschen die sich bei der Corona-Krise aus dem Fenster gelehnt haben. Aber die müssen nun anscheinend selbst sehen, wie sie zurechtkommen – die haben kein Hotel, oder ein ZAAVV, das monatliche Einnahmen generiert, ohne dass es irgendwas bewirken würde. Ich halte daher diese gesamte Querdenken-Szene für extrem unfair und unglaubwürdig.

Der „Nebeneffekt“ des Umgangs mit den Spendengeldern ist nämlich, dass sich die Menschen von der Corona-Szene abgewandt haben, weil sie ihren Gurus nicht mehr vertrauen. Diese Spaltung und dieser massive Vertrauensbruch durch angeblich Gleichgesinnte das sind die tragischen Auswirkungen von Quer-Schenken. Man hat daher nie wirklich eine Bürgerbewegung schaffen können, sondern allenfalls ein paar selbsternannte „Popstars“ und verzweifelte Menschen hervorgebracht.

Dass diese Popstars gegen mich hetzen ist klar, denn schließlich mache ich ihnen mit meiner Kritik das Geschäftsmodell kaputt. Neben Hass und Hetze, asozialen Videos zu meiner Person, wurde ich nun auch verklagt, aus den eigenen Reihen und zwar in der Person von Markus Haintz, der meinen Kanal darauf seziert, wo er mal wieder eine Unterlassung oder Strafanzeige schicken kann. Wer Querdenker als „Freunde“ hat, der braucht keine Feinde mehr. Ich habe es auch nicht nötig, eine angebliche Presseanfrage von einem Typen im blauen T-Shirt zu beantworten, der mir allen ernstes um drei Uhr nachts über das Anwaltssystem beA eine angebliche „Presseanfrage“ zustellt, ob ich eine Eigentumswohnung hätte und diese nicht verkaufen will, um das Geld den Menschen zu spenden.

Wie unverschämt kann man eigentlich sein, wenn man als Spendensammler hingeht und mir eine solche Frage stellt, wo ich tausende von Euros ausgegeben habe, für Prozesse die ich selbst geführt habe, für den Aufbau der AfA, von denen ich nie einen Cent dafür gesehen habe, für kostenlose Arbeit für Aktivisten in den letzten vier Jahren und Einnahmeverluste, da auch ich natürlich nicht mehr meiner normalen Arbeit nachgehen konnte.

Die „Presseanfrage“ vom neugierigen Markus Haintz, der wie ich gehört habe ebenso wie Ralf Ludwig inzwischen auf Mallorca residiert, möchte ich wie folgt beantworten: erstens bist du für mich kein Journalist und damit auch keine Presse, denn du hast nicht mal eine Webseite als Journalist, also auch wenn du dich großspurig nun „Haintz Media“ nennst, bis du für mich kein Journalist, sondern ein Aktivist und Blogger.

Und zweitens, wenn ich eine Eigentumswohnung habe, dann mit über 50 Jahren aus Gründen der Altersvorsorge und dann hätte ich diese Wohnung nicht von Spenden finanziert, sondern von meiner Arbeit – dies ist der Unterschied. Es gibt aber egomane Persönlichkeiten, die werden das nie verstehen, bzw. wollen Äpfel mit Birnen vergleichen, um sich dann selbst besser zu fühlen. Dabei bemerken sie nicht mal, wie unverschämt sie sind, auch dann nicht, wenn sie auf der Bühne gar nicht mehr mitschneiden, dass sie den Ton der Aktivisten nicht (mehr) treffen, da sie denken alles dreht sich um sie selbst.
Drittens: Boris Reitschuster ist Journalist, Paul Brandenburg ist Journalist, meine Mutter ist eine Journalistin, Markus Haintz ist aber in meinen Augen genauso wenig ein Journalist, wie ein Star-Anwalt, als dessen er sich auf seinem Telegram Kanal schon selbst betitelte. Es gibt Menschen, die vertragen es nicht, wenn sie mal vor ein paar tausend Menschen sprechen, die halten sich dann selbst für unglaublich wichtig und für „Stars“.

Vielleicht ist Markus Haintz ja der Anwalt der Stars? Welche hätten wir denn da? Oliver Janich und den Wendler. Ich sage dazu: egal, wenn interessiert das schon, mich nicht! Für mich ist das Team der Star.

Um die Frage zu beantworten, wie fair Querdenken ist: Ich halte diese Querdenker-Szene, denn es ist eine Szene geblieben und keine echte Bürger-Bewegung geworden, für extrem unfair und ich zweifele an der Aufrichtigkeit derjenigen, die aus meiner Sicht deshalb dabei waren, weil sie Spenden „generieren“ wollten, und nicht, weil es ihnen wirklich um die Sache ging. Es gab ja tatsächlich Akteure, die hatten so viel Geld eingesammelt, dass sie sich nur noch Gedanken darum machten, wie sie dieses Geld am besten anlegen konnten, ob in Häusern oder in Goldnuggets und das völlig schamlos, während andere Aktivisten um ihre Existenz kämpfen mussten.

Dirk Sattelmeier wünsche ich persönlich, dass es ihm bald wieder besser geht. Auch wenn wir uns über den Weg uneinig waren, ich kenne Dirk bereits von der Uni, und er setzt sich wirklich für die Menschen ein. Er ist durch das ganze Land gefahren, um die Menschen vor den Strafgerichten zu verteidigen, und dafür hat er meinen größten Respekt.

Und nochmals zum Umgang mit den Spenden innerhalb der „großen Menschheitsfamilie“. Hier gibt es Aktivistinnen die zahlen bis heute an den Strafen die sie zum Beispiel als Anmelderinnen der wöchentlichen Corona Demos bezahlen müssen. Die haben nicht im warmen Hotel gesessen, oder in Luxus Airbnb Apartments, sondern standen bei Wind und Wetter auf der Straße, die haben auch Kinder und sind deshalb nicht abgehauen, die haben sich nicht für eine Weltreise angemeldet, die haben keinen Preis bekommen, die haben noch nicht mal Geld dafür, damit sie ihr Auto reparieren können, welches sie brauchen um überhaupt zur Demo zu kommen, oder den Wagen für die Demo brauchen. Das sind für mich die Stars und nicht diejenigen die dann noch dünnhäutig herum heulen, nur weil man sie mal in ihrer Selbstherrlichkeit kritisiert.

Diesen Text können Sie auch als Podcast anhören.

Published On: 28-Jan-2024Views: 15432231 words

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