Das Frankfurter Landgericht verurteile den Superstar Gewinner, Severino Seeger, nun zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung. Seeger hatte gemeinsam mit anderen Bandenmitgliedern alte Frauen abgezockt, indem sie sich als Mitarbeiter der Bank ausgaben und somit an EC-Karte und Geheimnummer kamen. Der von Seeger angerichtete Schaden beläuft sich laut Anklage auf knapp 19.000 Euro. Sein Verteidiger kündigte an, der 28-Jährige wolle seinen Schaden wieder gut machen. Der Angeklagte zeigte sich reuig: Ein Cousin habe ihn zum Mitmachen manipuliert. „Ich hab Ja gesagt, weil ich einfach dumm war“. Vielleicht war Severino nicht dumm, sondern einfach pleite.

Nachdem er nun 500.000 EUR beim Superstar gewonnen hat, war es ein leichtes für Severino den Schaden von 20.000 EUR auszugleichen. Aber was wäre eigentlich gewesen, wenn nicht? Es steht doch zu vermuten, dass das Gericht andernfalls nicht so milde geurteilt hätte. Der Superstar Sieg hat Severino also auch vor dem Knast gerettet. Die Show scheint sich zum Sammelbecken für Kriminelle zu entwickeln, wir erinnern uns:

Sladan Minic, ebenfalls Eigentumsdelikte und EC-Karten-Betrug. Für zwei Jahre und elf Monate muss DSDS-Kandidat Sladan in den Bau. Der Freigänger nutzte seine Zeit um beim DSDS Casting vorbei zu schauen. Menowin Fröhlich. Verlor im Finale. Er wurde im Dezember 2005 wegen schwerer Körperverletzung und wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Mark Medlock („Ihr Arschlöcher, ich liebe euch alle“) musste wegen Beleidigung eines Moderator eine Strafe zahlen.

Deutschland suche den Super-Knasti. Seeger, der durch seine Sieg nun den Schaden gut machen konnte, hat einfach nur Glück gehabt. Wer also schon im Knast ist und Freigang hat, oder wem ein Strafverfahren droht, der solle sich mal schnell bei Bohlen bewerben und ein Liedchen singen, so schnell kommt man sonst nicht an 500.000 EUR, vor allem wenn man nichts gelernt hat, seine Lehre abgebrochen hat, aber dafür schon ein Kind hat. Bohlen ist das alles egal und für ihn ist es solange „mega geil“, wie er seine sich immer gleich anhörenden Platten verkauft.