Wenn Manuel Neuer hellbraune Masken verkauft, ihm dann aber in einem moslemischen Land die Menschenrechte so am Herz liegen, dass er eine Binde tragen möchte, um für Minderheiten einzustehen.

Mir sind noch die Bilder im Kopf, massenweise sind Sportler umgefallen auf dem Spielfeld, weil sie sich spritzen lassen mussten. Auch bei meinem Lieblingsverein, dem 1. FC Köln, durfte ich als Zuschauen nicht mehr ins Stadion. 2G-Regeln: Ungeimpften verweigerte der liberale Effzeh den Eintritt – man ist ja »spürbar anders«. Während auf dem Feld elf Spieler bei Geisterspielen die Abstandsregeln vernachlässigen, ist die Presse vor allem am Impfstatus von Neuers Teamkollegen Joshua Kimmich interessiert.

Die Fachwelt ist sich einig, Kimmich muss alsbald zur Nadel schreiten und Uli Hoeneß führt »schwere« Impf-Gespräche mit dem skeptischen Ballkünster. Mit Kimmich habe er über das Thema viele Gespräche geführt. »Das war schwer, weil er in einer bestimmten Richtung beeinflusst wurde«, behauptete Hoeneß. Aber zum Schluss war Joshua sehr vernünftig und hätte sich impfen lassen, wenn er sich nicht infiziert hätte«, sagte er.

Fußballer mutiert zum Virenschützer
Na also, er war einsichtig. Man stelle sich vor, der FC Bayern hätte einen Querdenker im Team. Wie hätte das denn ausgesehen, wenn der Top-Star Kimmich seiner Vorbild- (Impf)-funktion nicht nachgekommen wäre. So wie Manuel Neuer, der vom Fußballer zum Virenschützer mutierte und hellbraune Masken verkaufte.

Vorbild-Manu geht auch bei der WM mit gutem Beispiel voran, diesmal zwar ohne seine Maske, aber mit einer One-Love-Armbinde. Zur Rettung der Menschenrechte, trägt der deutsche Fußballer von heute eine bunte Armbinde und ein schwarzes »SS-Trikot«, so der britische »Daily Star«. Neuer kämpft nicht nur gegen Pest und Corona, sondern auch für die Rechte der Queer People. Die Empörung ist groß, als die FIFA dem heiligen Neuer in seinem Recht auf freie Meinungsäußerung einschränken möchte und ihm die Binde verbietet.

Die Höhe der Unverschämtheiten, Menschen zu verbieten, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Sofort findet sich eine Protestaktion, bei der alle Spieler mitmachen (müssen). Man hält sich symbolhaft die Hand vor den Mund. Aus Angst vor Strafe bleibt die One-Love-Binde aber doch in der Kabine, während andere den WM-Boykott ausrufen und es als »mithitlern« bezeichnen, sofern sich der deutsche Fußball-Fan noch mit Binde, Maske und Asiletten vor das Glotzophon begeben wollte.

Sind etwa Querdenker im Nationalteam?

Dabei ist der deutsche Fußball-Fan schon geschunden genug. Kalte Wohnung, Black-Out-Gefahr, Bier ohne Kohlensäure und eine Chipskrise. Heimlich »mithitlern«, aber so dass Micky Beisenherz und die Nachbarn nichts mitbekommen.

Als es um den Teamkollegen Kimmich ging, haben wir vom Bundes-Manuel wenig bis gar nichts zum Thema Meinungsfreiheit und vor allem körperliche Unversehrtheit gehört. Liegen Manuel Neuer die Billigarbeiter in Katar näher an seinem One-Love-Herzen, als der eigene Teamkollege? Der Manager Oliver Bierhoff ließ schon durchblicken, dass es in der Mannschaft zu Unstimmigkeiten gekommen war. Sollte es dort vielleicht zwei Fraktionen geben, sind vielleicht sogar Querdenker im Nationalteam?

Manuel Neuer steht jedenfalls wieder auf der »richtigen Seite«. Sein neuer Kampf für Minderheiten wird auch von Zuhause bejubelt, von den Rundfunkanstalten die 200 Millionen Euro für die Übertragungsrechte auf den Tisch gelegt haben. In der Zeitenwende, kann sich »der bunte Manuel« dem Applaus sicher sein, auch von der Innenministerin Nancy Faeser, die ebenfalls ihr Herz für Minderheiten entdeckt hat. Was ARD und ZDF angeht: Bereits der Kölner Joseph Göbbels hatte herausgefunden, dass man die Menschen mehr mit Unterhaltung und Emotionen erreichen kann, als mit langweiligen Politikübertragungen.
Schwingt da nicht eine gewisse Doppelmoral mit? Auch vor dem Hintergrund, dass der Klimaminister Habeck noch vor kurzem beim Sheikh um Gas bettelte und dabei sogar einen Diener machte. In der Zeitenwende können sich moralische Vorstellungen schnell ändern, auch bei Waffenlieferungen. Der Schurke ist immer derjenige, der von der Regierung gerade zum Missetäter ausgerufen wird.
Bleibt eine Frage offen: Wird Neuer bald auch Binden verkaufen oder sich künftig an der Münchener Rainbow Arena festkleben? Für mich ist und bleibt Neuer jedenfalls das, was er immer gewesen ist: ein Opportunist mit weinerlicher Stimme, der vor allem der Stimme der Geldes folgt. Die Schalke-Fans werden sich erinnern, sein Herz hatte Neuer bereits im Jahr 2011 verkauft, als er von Schalke an die Isar wechselte. One Love.