Der Virologe Christian Drosten forderte eine neue Art der Politikberatung durch Wissenschaftler. Ein Gremium aus bis zu 30 Vertretern aus unterschiedlichen Fachgebieten, ein wissenschaftliches Korrektiv, das Falschbehauptungen von Ärzten und Wissenschaftlern benennen und richtigstellen könnte.

Wir haben alles richtig gemacht, meint der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten. Im „Tagesspiegel“ erklärt er die Pandemie für beendet und behauptet: „Hätte man gar nichts gemacht, dann wäre man in Deutschland in den Wellen bis zu Delta auf eine Million Tote oder mehr gekommen“. Wie Drosten zu solchen Zahlen kommt, wird wohl auf immer sein Geheimnis blieben, aber seine Wissenschaft ist nicht zu hinterfragen, allenfalls Politik oder andere Wissenschaftler. Deshalb schlug Drosten ein wissenschaftliches Korrektiv vor, das Falschbehauptungen von Ärzten und Wissenschaftlern benennen und richtigstellen könnte. „Wenn einige wenige, aber besonders lautstarke Wissenschaftler oder Ärzte wieder und wieder mit großer Vehemenz falsche Behauptungen, die Menschenleben kosten, in die Medien tragen, müsste es innerhalb der Wissenschaft auch eine Art Korrektiv für ein solches Fehlverhalten geben.“

Immer diese nervigen Zwischenrufe von Wodarg, Bhakdi und Co. Der Berliner Chef-Virologe wünscht sich ein Gremium aus bis zu 30 Vertretern aus unterschiedlichen Fachgebieten berufen, „damit nicht Parlamentarier in irgendeiner Partei jemanden wählen, der ihnen vielleicht im Fernsehen gut gefallen hat“.

Aber wozu eigentlich noch Politiker? Ein Land, dass einen solchen wissenschaftlichen Rat von 30 Super-Experten hat – braucht doch gar keine Politiker mehr. Da wird Prof. Dr. Karl Lauterbach zwar enttäuscht sein, der sich in den Talk-Shows erdenkliche Mühe gegeben hatte, ganz im Sinne von Drosten Angst und Schrecken zu verbreiten, aber unsere führenden Wissenschaftler sind nun mal unser „Goldstandard“. Die Ausrufung der Republik in Deutschland geschah am 9. November 1918 in Berlin gleich zweimal: durch den MSPD-Politiker Philipp Scheidemann am Reichstagsgebäude unter bürgerlich-demokratischen und durch den Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht am Berliner Schloss unter sozialistischen Vorzeichen. In einer Räterepublik sind die Wähler in Basiseinheiten organisiert in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie entsenden Vertreter (die Räte) aus ihren eigenen Reihen in die nächsthöhere Ebene. Mit der Novemberrevolution 1918 endete nicht nur der 1. Weltkrieg, sondern auch das Deutsche Kaiserreich und es wurden verschiedene politische Systeme diskutiert.

Eines einer solchen Systeme war die Räterepublik. Eine Räterepublik ist aufgebaut wie eine Pyramide mit aufeinander aufbauenden Stufen. Über dieses Stufensystem werden Räte gewählt, die die jeweilige untere Stufe vertreten. Im Rätesystem gibt es zwar keine Gewaltenteilung, aber was bringt uns eine Gewaltenteilung, wenn wir an die Corona Pandemie denken, war es doch weit wichtiger Leben zu retten, anstatt sich an lästige parlamentarische Eigenheiten zu halten. Also dann doch besser eine neue (wissenschaftliche) Räterepublik, an dessen Spitze zum Beispiel Christian Drosten oder die Leopoldina stehen könnten. Damit es auch in Zukunft heißt: „diese Regeln dürfen niemals hinterfragt werden“, wie RKI Chef Prof. Dr. Lothar Wieler sagte. Statt lästige Fragen zu stellen, wollen sich die Bürger auf etwas verlassen können. Vielleicht könnte man das Grundgesetz ändern und den Art. 1 GG neu verfassen: „Die Würde der Wissenschaft ist unantastbar“. Ich denke dies würde unseren Chef- Virologen besonders gut gefallen, haben sie doch über eine Millionen Menschenleben in Deutschland gerettet. Fehlt es nicht an Dankbarkeit und eine aufrichtigen Entschuldigung der Ungeimpften, dieser Tyrannen – habe ich bis heute nicht gehört.

Kommt sie also endlich, die neue Wissenschafts-Pyramide? Mit Räten und Experten an der Spitze, die unser Land künftig besser regieren können, als die Ampel. Wo der Mensch beflügelt durch Wissenschaftler*innen solidarisch nur noch gutes Tun kann. Aber es gibt noch nervigen Demokraten wie mich, die entgegenhalten: Wissenschaftler haben schon oft herausgefunden, sind dann aber wieder reingegangen.